Nicht nur für Quentin beginnt in diesem Jahr der „Ernst des Lebens“, auch meine beiden Jungstuten Cosma und Carlotta (beide Jahrgang 2016) werden langsam aber sicher an das Leben als erwachsenes Pferd herangeführt. In diesem Jahr haben wir das Anreiten auf dem Zettel stehen, welches ebenso wie bei Quentin behutsam durchgeführt werden soll. Ich habe ein tolles Angebot erhalten in Bezug auf das Anreiten, welches ich hoffe, annehmen zu können – das kommt nun tatsächlich ein wenig auf die Kapazitäten des Reiters an, ich warte täglich sehnsüchtig auf den Anruf. Das Anreiten geht etwas anders vonstatten, als ich es von vielen anderen Ställen kenne – jedoch kenne ich wiederum auch Ställe, in denen es genau so gehandhabt wird und das Resultat sind zufriedene, sichere Pferde. Die Rede ist vom Anreiten an der frischen Luft und im Gelände – natürlich wird nicht mitten im Wald plötzlich aufgestiegen, doch sobald die Pferde dazu bereit sind, wird raus gegangen. Das soll natürlich nicht heißen, dass das vorherige, wochenlange Longieren und den ersten Runden in der Reithalle falsch ist oder nicht zu ruhigen Pferden führt, ich denke, dass es auch viel mit der Person zu tun hat, die sich der Pferde annimmt. Dennoch gefällt mir die mir angebotene Version unheimlich gut und ich würde mich freuen, wenn es klappen würde.

Natürlich stand für mich eine weitere Frage im Raum: Stutenleistungsprüfung, ja oder nein? Es ist kein Geheimnis, dass ich die Pferdezucht immer mehr für mich entdecke, sie interessant finde und mir wünsche, in Zukunft mehr zu züchten – nicht nur mit einer einzelnen Stute. Mittlerweile besitze ich drei Stuten, mit denen die Zucht durchaus Sinn machen würde, wenn man sich die Abstammung und ihre Charaktere genauer ansieht. Wonne befindet sich mittlerweile schon in der Zucht, doch meine beiden Jungstuten wollte ich eigentlich für mich selbst haben, da ich nicht nur mehr züchten möchte, sondern selbst auch mehr auf Turnieren reiten möchte und mich freuen würde, die Jungpferdeprüfungen reiten zu können, da diese meist Donnerstags oder Freitags sind. Mit dem Thema Stutenleistungsprüfung habe ich mich ausführlich beschäftigt, mir Meinungen von diversen Züchtern eingeholt – für mich sind Menschen, die aktiv und lange in einem Bereich unterwegs sind immer tolle Ansprechpartner, denn wenn man nicht in eine Züchterfamilie geboren worden ist, so ist es meines Erachtens immer leichter, es so zu lernen, als nur Bücher oder Artikel zu lesen – und mich schlussendlich dagegen entschieden, die beiden in kommender Zeit zu einer Prüfung zu schicken.

Natürlich ist es meines Erachtens wichtig, dass auch Stuten anständig bewertet und begutachtet werden und man nicht jede Stute blind in die Zucht schicken sollte, dennoch habe ich mich nun gegen die Prüfung zum jetzigen Zeitpunkt entschieden. Auf der einen Seite möchte ich unbedingt mit beiden züchten, denn vor allem Carlotta ist toll gezogen und sehr interessant, auch Cosma hat in auf beiden Seiten international hocherfolgreiches Springblut. Auf der anderen Seite möchte ich auch andere Faktoren bewerten können (oder bewerten lassen), wozu beispielsweise auch die Rittigkeit gehört. Lange Rede, kurzer Sinn: für beide Stuten habe ich aktuell Hengste im Kopf und sobald ich die Nachricht vom Anreiten erhalten habe, werde ich mich für den nächsten Schritt intensiver mit den Möglichkeiten auseinandersetzen – außerdem ist es nicht so, dass Cosma und Carlotta zusammengewachsen sind, es ist also auch möglich, dass die eine ein Fohlen bekommt, während die andere erst einmal unter den Sattel geht. Auch ist es möglich, dass die Chemie mit einem oder sogar mit beiden nicht stimmt und mich dann eine (oder beide) leider verlassen müssen.

Momentan dreht sich gedanklich unheimlich viel um die drei Jungpferde (Quentin, Cosma und Carlotta), da man natürlich alles richtig machen, alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen und alles ohne großartigen Stress bewältigen möchte.