Nach seiner Körung ging es für Quentin langsam aber sicher an den nächsten Schritt seiner Ausbildung: die Vorbereitung für den 50 Tage Test. Der 50 Tage Test dauert – es wird für niemanden eine Überraschung sein – 50 Tage und findet im Februar/März und von August bis November statt. Zugelassen sind drei- bis siebenjährige gekörte und nicht gekörte Hengste. Im Gegensatz zum 14 Tage Test gibt es hier allerdings bereits die disziplinspezifischen Schwerpunkte Dressur und Springen. Die Anforderungen richten sich auch hier nach den Aufbauprüfungen, das bedeutet im Klartext, dass dreijährige Hengste altersgerecht vorgestellt werden, vierjährige auf A Niveau, fünfjährige auf L Niveau und sechs- bis siebenjährige Hengste auf M* Niveau laufen. Zusätzlich müssen sie alle den Fremdreitertest absolvieren. 

Die Hengste werden dreimal überprüft während der ganzen Zeit, diese Überprüfungen dauern jeweils zwei Tage und finden am ersten und zweiten Tag, innerhalb der vierten Woche und am 49. und 50. Tag statt. Der Hengst erhält eine gewichtete Endnote (dressurbetont/springbetont) und muss mindestens eine 7,8 erhalten. Absolviert der Hengst den 50 Tage Test erfolgreich, ist er endgültig für den Deckeinsatz zugelassen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass auch ein dreijähriger Hengst danach nicht noch vier- und fünfjährig seine Sportprüfungen absolvieren muss.

Ein YouTube-Video über den 14 Tage Test, der zwar kürzer ist, dennoch aber ähnliche Richtlinien verfolgt, findet ihr HIER.

Quentin hatte mich bereits vorab um den Finger gewickelt, doch nach meinem kurzen aber wundervollen Ritt auf ihm hat er es vollends geschafft, mich von sich zu überzeugen. Obwohl er noch so jung ist, unter dem Sattel auch noch recht unerfahren ist und ich das erste Mal auf ihm drauf saß – und das auch noch nach einer zweimonatigen Reitpause meinerseits -, hatte ich in meinem ganzen Leben noch nie ein so sicheres Gefühl auf einem Pferd, wie auf ihm. Er ist ein klasse Pferd und entwickelt sich sowohl unter dem Reiter, als auch im Umgang immer mehr zu einem richtigen Verlasspferd.

Naiv möchte man natürlich dennoch nicht an die Sache herangehen, auch Quentin wird vermutlich wie alle Jungpferde seine wilde Phase kriegen und mittlerweile entdeckt er auch Stuten für sich. War er vor ein paar Wochen absolut noch nicht am anderen Geschlecht interessiert, baut er sich nun auf, wann immer eine Vertreterin des anderen Geschlechts vor ihm steht, und brummelt seine Auserwählte an. Doch auch hier bislang ohne doof und unkontrolliert zu werden – sei es ihm vergönnt, wer einmal Deckhengst werden möchte, sollte früher oder später Stuten spannend finden!

Übrigens wurde ich auf Instagram viel auf seine Größe angesprochen, da er unter mir wohl nicht ganz so groß aussieht – tatsächlich ist Quentin aktuell ungefähr im 1.65 m Bereich, ich bin allerdings kein zartes Elfchen und habe auch recht lange Beine, was im Springsattel auf meiner kräftigen Civa häufig etwas untergeht. Dadurch sieht er unter mir vermutlich ein wenig schmächtiger und kleiner aus, als er es tut, wenn er neben mir steht.

HIER geht es zum YouTube-Video von Quentins Körung, falls ihr es noch nicht gesehen habt.