IMG_3709-webDer Alltag mit einem Pferd, welches sich schnell und einfach von der Umwelt beeindrucken und beeinflussen lässt, ist nicht immer leicht und ab und an frustrierend. Caesarion ist so ein Fall: Spaziergänger in der Ferne, wieherndes Pferd im Stall, das Cavaletti in der Halle, die Blumen am Viereck oder der Sprung auf dem Platz – alles lässt ihn erschaudern und als Reiter muss man permanent auf der Hut sein. Der Umgang mit so einem dünnen Nervenkostüm kann nervenaufreibend sein. Dennoch ist es meistens machbar, sich gut zu arrangieren, um dennoch ein entspanntes Miteinander genießen zu können.

Ruhe bewahren 

Man kennt es: wenn ein Pferd sich oft vor etwas erschrickt ist man selbst vorsichtig und ständig auf der Lauer. Doch genau das ist falsch! Der selbstverständliche Umgang mit allen Situationen geben dem Pferd Sicherheit. Wenn der Mensch allerdings selbst angespannt auf oder am Pferd ist und nur darauf wartet, dass aus dem nächsten Gebüsch ein Vogel fliegt oder dass der nächste Sprung definitiv nicht überwunden wird, sondern mit einem Steher quittiert wird, überträgt sich diese Anspannung auf das Pferd.

Übung macht den Meister

Unangenehme Situationen meidet man gerne – natürlich sollte man negative Dinge nicht forcieren, doch ihnen ganz aus dem Weg gehen auch nicht. Auf gar keinen Fall sollte man sich allerdings wissentlich in Gefahr begeben, um ein Problem „zu therapieren“! Sich immer wieder kleine Schritte vorzunehmen und Ziele zu setzen, vor allem aber am Ball zu bleiben kann ein Problem langfristig verschwindend gering werden lassen. In Caesarions Beispiel sind es die Sprünge: früher wollte er gar nicht springen, mittlerweile springt er, wenn der Reiter oben selbstsicher und entspannt an einen Sprung anreitet, alle Sprünge und Unterbauten, die ihm im Parcours begegnen. Stetiges Training, Geduld und vor allem Ruhe bringen einen bei so einem Pferd schlussendlich ans Ziel.

Nicht bestrafen

Es kann frustrierend sein, immer wieder bei Null anzufangen und keine Lernkurve zu sehen. Immer wieder springt das Pferd den selben Sprung nicht, obwohl es letzte Woche am Ende der Springstunde drüber gesprungen ist, immer wieder hüpft es bei der gleichen Parkbank im Wald zur Seite – ein wenig Ungeduld ist in so einem Falle menschlich, doch dadurch nicht richtig. Pferde denken nicht rational und der Reiter hat in dem Moment die Aufgabe, dem Pferd so oft und so lange die Sicherheit zu geben, bis es von alleine Selbstbewusst an den „Störfaktoren“ vorbei geht oder im Falle der Sprünge drüber springt. Ansonsten ist man selbst nur ein weiterer Stressfaktor für’s Pferd und hilft damit weder dem Pferd, noch sich selbst.

Gezielt an Problemen arbeiten

Der innere Schweinehund lässt einen häufig nur das machen, was leicht von der Hand geht. Verladetraining, Wassergrabenabhärtung – das ist nicht immer etwas, was Spaß macht, eben weil es schwer ist und nicht immer sofort von Erfolg gekrönt ist. Durch stetige, gezielte, leichte Konfrontation mit der selben Problematik lernt das Pferd, dass nichts passiert. Mit der daraus resultierenden Ruhe kommt die Routine – und mit dieser schlussendlich die Sicherheit.

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