If I had to describe Civa with only one word, easiness would be one of the last words I would think of. Due to her anatomy, many things are incredibly difficult for her: she has crooked front legs, a very long back and an enormous overbite. In addition there is her character, which is both strong and energetic. Civa’s relaxation now comes through the transitions, but she is not relaxed from the beginning, every time you have to work for a relaxed horse, loosing her up has to be actively achieved. She is the most honest horse I have ever sat on, if you work consistently and actively with her, you usually start almost where you ended up last time. If you allow yourself to wander or work without sense or understanding, you will notice it immediately – she is a horse with whom work always pays off, there is no stagnation with her. As tricky as some exercises are with her, as motivating is a ride on her, because if she is relaxed at the end, you have a slight connection to her mouth, suddenly you can ride all the transitions while sitting down and she even snorts and has a closed mouth, then you know that you have done a lot oh things right in the past minutes. How exactly do I achieve this?

  • Don’t pull – the worst thing you can do in a transition is to pull back, even if it seems natural at first to slow the horse down. However, slowing down is not done by hand, but by the seat. The reins – like the leg – are only a help, not a tool for everything.
  • Take a deep breath – most of the time you get tensed up even during lectures you know are not easy to do. I often catch myself getting really stiff, holding my breath, holding my head crooked and cramping my neck (and by that also in the back, in the hips, in short: in a whole chain downwards). Only one thing helps: breathe deeply!
  • Overcoming the inner temptation, but without compulsion – I don’t like to ride difficult exercises that push my horse and me to our current limits. Nevertheless you have to overcome your objection sometimes, but without pressure. One good round is enough, the next time you manage one and a half. Work slowly, but consistently on your weaknesses, so that the new and the good can be properly memorized.
  • Smile, riding is fun! – we have all heard this sentence at least once and there is a lot of truth about it. Especially in difficult or challenging situations our facial muscles tense up, which goes along with a stiff neck and runs through the whole body like forgetting to breathe in a chain. Who smiles automatically signals to his body that everything is good, you become more relaxed and the hormones that are released even ensure a real good mood.
  • Stop when it’s at its best – when everything works out, you want to keep going like there’s no tomorrow. But especially when everything is loose and easy, one should stop to save the success as a positive experience. If the strength is lacking, success is quickly exchanged with mistakes and you don’t stop half as well as you could have.

For me, transitions belong firmly into my everyday flatwork, no matter whether I change my pace downwards or forward, or whether I also ride transitions across the board. Especially the topic of variety has to be a big issue when it comes to transitions, because most horses think ahead and if you always stop or start cantering at the same spot, the horse will remember that at some point and stops by itself or gets excited and wants to change to the higher pace. That’s why I ride Civa all across the arena, don’t ride real figures, constantly change hands and surprise her with new tasks. It is important here not to surprise the horse and to be able to understand the reactions of the horse exactly: if I give the wrong aid or if I sit too vaguely and my horse uses the chance to canter, then I carefully slow down and give my aid again and more precisely. The horses are „at our mercy“ and do their best to understand us. It is up to us to make our requests as specific and kind as possible so that the horses can fulfill them and we can reach our goal together.

Wenn ich Civa mit einem Wort beschreiben müsste, wäre Rittigkeit eines der letzten Wörter, die mir einfallen würden. Aufgrund ihrer Anatomie fallen ihr viele Dinge unheimlich schwer: sie hat verdrehte Vorderbeine, einen langen Rücken und einen enormen Überbiss. Hinzu kommt ihr Charakter, der sowohl stark als auch energiegeladen ist. Die Entspannung kommt bei Civa mittlerweile durch die Übergänge, jedoch ist sie nicht von Anfang an entspannt, jedes Mal muss man sich ein lockeres Pferd erarbeiten, das Loslassen muss aktiv erreicht werden. Sie ist das ehrlichste Pferd auf dem ich je saß, arbeitet man konsequent und aktiv mit ihr so fängt man meist fast an der Stelle an, wo man beim letzten Mal aufgehört hat. Lässt man sich selbst gehen oder arbeitet ohne Sinn und Verstand merkt man es ihr auch sofort an – sie ist ein Pferd, bei dem sich Arbeit immer auszahlt, Stillstand gibt es mit ihr nicht. So knifflig manche Aufgaben mit ihr sind, so motivierend ist ein Ritt auf ihr, denn wenn sie am Ende locker unter einem läuft, man eine leichte Verbindung zum Maul hat, plötzlich alle Übergänge im Aussitzen reiten kann und sie dabei auch noch abschnaubt und ein geschlossenes Maul hat, dann weiß man, dass man die vergangenen Minuten viel richtig gemacht hat. Wie genau erreiche ich das?

  • Nicht ziehen – das schlimmste, was man in einem Übergang machen kann, ist nach hinten zu ziehen, auch wenn es natürlich im ersten Moment logisch wirkt, dass man das Pferd bremsen muss. Bremsen tut man allerdings nicht mit der Hand, sondern mit dem Sitz, der Zügel ist – ebenso wie das Bein – nur eine Hilfe, nicht Mittel zum Zweck
  • Tief durchatmen – meist verkrampft man selbst bei Lektionen von denen man weiß, dass sie einem nicht ganz leicht fallen. Ich ertappe mich häufig dabei, wie ich dann richtig steif werde, die Luft anhalte, den Kopf schief halte und dadurch im Nacken (dadurch im Rücken, in der Hüfte, kurzum in einer kompletten Kette nach unten) verkrampfe. Da hilft nur eines: durchatmen!
  • Den inneren Schweinehund überwinden, allerdings ohne Zwang – ich reite nicht gerne schwere Übungen, die mein Pferd und mich an unsere momentanen Grenzen bringt. Trotzdem muss man sich zwischendurch überwinden, allerdings ohne Druck. Eine gute Runde reicht aus, beim nächsten Mal schafft man schon eineinhalb. Langsam, jedoch konsequent an den Schwächen arbeiten, damit das Neue und Gute sich richtig einprägen kann.
  • Lächeln, Reiten macht Spaß! – wir haben diesen Satz alle schon mindestens einmal gehört und tatsächlich steck viel Wahrheit in ihm. Gerade in schwierigen oder anspruchsvollen Situationen verkrampft unsere Gesichtsmuskulatur, das geht einher mit einem steifen Nacken und zieht sich wie beim Vergessen der Atmung in einer Kette durch den ganzen Körper. Wer lächelt signalisiert seinem Körper automatisch, dass alles gut ist, man wird lockerer, entspannt sich und die ausgeschütteten Hormone sorgen sogar für echte gute Laune.
  • Aufhören, wenn es am schönsten ist – wenn alles klappt möchte man immer weiter machen. Reiten, reiten, reiten, wie auf Wolken. Doch gerade, wenn alles locker und leicht ist, sollte man aufhören, um den Erfolg auch als positives Erlebnis abzuspeichern. Fehlt nämlich dann die Kraft, wird der Erfolg schnell ausgetauscht mit Fehlern und man hört nicht halb so gut auf, wie man es eigentlich gekonnt hätte.

Für mich gehören Übergänge fest in den Alltag, egal, ob ich innerhalb einer Gangart vor oder zurück reite, oder ob ich auch übergreifend Übergänge reite. Gerade das Thema Abwechslung muss auch bei Übergängen groß geschrieben werden, denn die meisten Pferde denken mit und wenn man immer an der gleichen Stelle durchpariert oder angaloppiert merkt sich das Pferd das irgendwann und fällt von selber aus oder wird aufgeregt und will in die nächst höhere Gangart wechseln. Deswegen reite ich mit Civa kreuz und quer durch die Bahn, reite keine richtigen Bahnfiguren, wechsle ständig die Hand und überrasche sie mit neuen Aufgaben. Wichtig ist hierbei, das Pferd nicht zu überfallen und die Reaktionen des Pferdes genau einordnen zu können: gebe ich eine falsche Hilfe oder sitze ich zu schwammig drauf und mein Pferd nutzt die Chance, um anzugaloppieren, dann pariere ich behutsam durch und gebe mein Hilfe erneut und präziser. Die Pferde sind uns „ausgeliefert“ und tun ihr Bestes, uns zu verstehen. Es liegt an uns, unsere Bitten so gezielt und freundlich wie möglich vorzutragen, damit die Pferde sie erfüllen können und wir gemeinsam ans Ziel kommen.