13078292_1280954345252099_1475093440_oEs hat dieses Jahr nicht sollen sein, auch wenn es ursprünglich ganz anders geplant war. Eigentlich wollte ich dieses Jahr endlich wieder im L Bereich Fuß fassen, sodass ich über den Winter mich auf die nächste Klasse vorbereiten kann, unter anderem deswegen kaufte ich Ende des letzten Jahres Civa, die alles mitbringt, was man sich von einem Turnierpferd nur wünschen kann: sie lässt sich problemlos verladen und steht ruhig auf dem Anhänger, sie ist ehrgeizig, sie will keine Fehler machen und sie ist unfassbar schnell und mit schier grenzenlosem Vermögen ausgestattet. Warum hat es also nicht geklappt?

Die Antwort ist leider total langweilig und ich kann hier mit keiner dramatischen Geschichte aufwarten: ich habe keine Zeit! Anfangs mussten Civa und ich zusammen wachsen und vor allem viel dressurtechnisch arbeiten, sie war als ich sie bekommen habe laut meiner Einschätzung und auch der Einschätzung von (Berufs)Reitern nicht bereit für einen Turniereinsatz, obwohl sie 2016 bis M** erfolgreich vorgestellt worden war. Der Fokus lag also auf einer korrekten Anlehnung und einem entspannten Anreiten des Sprungs, ohne, dass sie alles, was nach Sprung aussieht attackiert. Natürlich ist ein ehrgeiziges, motiviertes Pferd klasse, doch man möchte natürlich passend kommen und nicht immer nur auf das Vermögen hoffen. Also schraubten wir einen Gang zurück und arbeiteten erst einmal an den Basics. Als es dann langsam aber sicher so weit war und wir dann auch ein paar Mal knapp an einer Schleife vorbei geritten sind, bis zu unserer ersten Platzierung, wurde bei mir die Zeit knapp, denn mein Job hat mir plötzlich super viel Zeit abverlangt.

Was Turniere angeht fehlt mir einfach die Routine, sodass ich es nicht fair gefunden hätte, eine Woche nicht zu reiten und dann gleich auf’s Turnier zu fahren. Uns fehlte einfach die Routine und die stetige Zusammenarbeit, sodass ich manchmal ein paar Schritte zurückgegangen bin, dann wieder ein paar nach vorne. Für mich ist das in dem Sinne kein Versagen, sondern eine logische Konsequenz aus unstetigem Training, was sich leider einfach aktuell nicht vermeiden lässt, so schade ich das finde. Nun bin ich die kommende Woche in Aachen, die Woche darauf bin ich auf Madeira. Dann ist ja auch schon August, der ist mittlerweile vor allem an den Wochenenden komplett voll mit wundervollen Ideen und Projekten, unter anderem ein Charity Projekt, über das ich euch später mehr berichten werde, und ab Oktober beginnt bereits die Turniersaison 2018 laut der FN-Zeitrechnung, sprich eigentlich ist dieses Jahr für mich schon gelaufen, so schade ich das finde, aber der Grund ist ja nun kein dramatischer, sondern eigentlich ein schöner, denn viele Aufträge bedeuten, dass ich meinen Job gut mache und nicht stagniere.

Turnier Selsingen 09.04.2017 117

Um mir selber keinen Druck zu machen habe ich entschieden, dass ich über den Winter, wenn auch weniger los sein wird, mich vermehrt auf das Training konzentrieren werde und ganz gezielt – nicht verbissen, nur eben sehr fokussiert – auf meine Ziele hin arbeite, anstatt jetzt noch panisch auf den letzten Drücker irgendetwas abgreifen zu wollen. Die Ziele für das kommende Jahr sind ganz klar gesteckt: ich möchte mich mit Civa im L Bereich etablieren, hoffe, dass Caesarions Headshaking in den Griff zu bekommen ist, sodass er dann auch endlich auf L Niveau laufen kann, nicht zuletzt, weil er bewiesen hat, dass er auf dem Niveau gut unterwegs sein könnte, ab da wird vom Vermögen her die Luft leider etwas dünner, aber das macht ja bekanntlich nichts, und natürlich habe ich die heimliche Hoffnung, dass ich Wonne so fit kriege, dass auch sie wieder im L Bereich laufen kann. Dadurch hätte ich drei Pferde auf leichtem Niveau und hätte dann, wenn alles gut geht, eventuell die Chance durch du „dreifache“ Menge an L Springen genug Routine und Erfahrung zu sammeln, umbereits nächstes Jahr mit einem oder zwei von ihnen den Sprung in die mittlere Klasse zu schaffen. Das bedeutet natürlich kontinuierliche Arbeit und vor allem auch manchmal das Überwinden des inneren Schweinehunds bei mir, jedoch denke ich, dass das nicht ganz unrealistisch ist. Mit Civa ist es definitiv machbar, da wir bis dahin denke ich auch sehr gut zusammengefunden haben werden, bei Caesarion und Wonne hängt es natürlich noch von ein paar Faktoren ab, aber ich bin eigentlich, zumindest was Wonne angeht, aktuell sehr guter Dinge.

Natürlich bin ich ein bisschen wehmütig, weil ich dieses Jahr gerne „mehr erreicht“ hätte, allerdings ist aufgeschoben nicht aufgehoben und die Gründe für meine Abstinenz sind auch wie gesagt keine, die man betrauern müsste. Man kann eben nicht alles haben und gerade da ich selbständig bin geht der Job in solchen Momenten vor, da ich ohne ihn auch gar nicht die Möglichkeit hätte, all meine wundervollen Pferde zu unterhalten. Ich hoffe, dass ich im kommenden Jahr mehr Gelegenheit zur Teilnahme an Turnieren haben werde, ich werde auf jeden Fall alles daran setzen. Und selbst wenn nicht: auch ohne Turniere hatte ich dieses Jahr bis jetzt so schöne, unvergleichbare Momente mit meinen Pferden, sodass Turniere nur die Kirsche auf der Torte gewesen wären.




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