Mittlerweile sind sie fast gar nicht mehr aus den Reitsportläden wegzudenken: Leggins erobern seit 2018 die Reitsportwelt und die einen lieben sie, während die anderen eher weniger angetan von ihnen sind. Auch kursieren viele Gerüchte über die Widerstandsfähigkeit oder gar die Zerstörungsgewalt von Leggins.

Ja, richtig gelesen, das Gerücht, dass der Grip auf Leggins die Stättel zerstört hält sich hartnäckig, dabei handelt es sich bei ihm um keinen anderen Grip, als bei anderen Reithosen, sodass das im Umkehrschluss bedeuten würde, dass alle Grip-Hosen zu diesen Abnutzungen oder gar Beschädigungen am Sattel führen würden. An dieser Stelle sei also gesagt: Grip ist nicht gleich Grip und mittlerweile haben sich einige Marken sehr positiv hervorgetan, was die Qualität des Grips angeht, andere wiederum eher negativ, sodass der Grip einiger Marken, allerdings auch hier sowohl bei den Reithosen, als auch bei den Leggins, nicht die ideale Symbiose mit dem Leder des Sattels eingeht.

Die Meinungen zu Leggins driften auseinander, denn die einen finden sie super gemütlich und angenehm zu tragen, den anderen fehlt der feste Stoff der Reithose und vor allem die fehlenden Gürtelschlaufen sind häufig ein Grund, warum Reitleggins stilistisch nicht in den Kleiderschrank des ein oder anderen Reiters passen. Die Leggins hat der Reithose gegenüber einen klaren Vorteil, denn in ihr fühlt man sich deutlich beweglicher und wenn man am Vorabend einen Teller Pasta zu viel gegessen hat, drück der Bund nicht so auf den Bauch. Auch sind sie etwas dünner und dadurch im Sommer sehr angenehm, im Winter hingegen sollte man wenn dann eher auf ein gefüttertes Modell zugreifen, denn selbst wenn man nicht zu den Frostbeulen gehört, so gibt es gewisse Temperaturen, die dem Körper und der Haut zusetzen, sodass es dann doch deutlich angenehmer ist, wenn man für gewärmte Beine sorgt. Außerdem schwärmen Schwangere von Reitleggins, da diese deutlich nachgiebiger sind, als die Reithosen. Reithosen hingegen sind meist klassischer vom Schnitt, sehen für viele angezogener aus und geben einigen Reitern ein deutlich besseres Gefühl im Sattel – viele berichten, dass sie das Gefühl haben, mit Reithosen ein wenig „zu schwimmen“ und nicht richtig zum Sitzen zu kommen.


Unterm Strich kann mal also pauschal nicht sagen, ob Reitleggins nun eine Innovation sind, die der Markt unbedingt braucht, oder eine Geschmacksverirrung der Unternehmen, die etwas Neues auf den Markt bringen wollten. Fakt ist jedoch, dass es sowohl für die klassische Reithose, als auch die bunte Vielfalt der Reitleggins dankbare Abnehmer gibt und dass die breite Masse an Angeboten vor allem die Vielseitigkeit des Sports und der individuellen Charaktere fördert, die man dort antrifft.