Die Pflege meiner Pferde ist für mich aus verschiedenen Gründen wichtig: zum einen freue ich mich, wenn meine Pferde ordentlich und gepflegt aussehen, zum anderen ist es natürlich so – und das ist noch viel wichtiger – dass eine sorgfältige Pflege sie gesund hält und man eventuelle Verletzungen oder Veränderungen an Haut oder Fell sieht.

Täglich

Jeden Tag werden meine Pferde – unabhängig davon, ob sie geritten werden, oder frei haben – gründlich geputzt. Mit dem Massagestriegel bürste ich die Pferde durch, um sowohl die Blutzirkulation richtig in Schwung zu bringen, als auch abgestorbene Hautzellen aus dem Fell zu bürsten. Für Glanz und und den feinen Staub gehe ich danach immer mit einer Bürste über das Fell, die Hufe werden natürlich ausgekratzt, der Schweif verlesen und gebürstet. Den Schweif kann ich vor allem deswegen bürsten, weil ich ihn regelmäßig wasche und mit Spray oder Detangler einsprühe/-schmiere.

Zusätzlich werden täglich die Hufe mit Wasser abgewaschen, um kleinste Veränderungen immer im Blick zu behalten – gerade durch die Hufspalte bei Caesarion bin ich da sehr penibel geworden und möchte genauestens wissen, wenn etwas nicht in normalen Bahnen verläuft. Ob ich Huföl oder -fett auftrage ist tatsächlich abhängig von der Tagesform, übertreiben tue ich es an dieser Stelle natürlich nicht. Allgemein ist die Hufpflege für mich ein wichtiger, täglicher Bestandteil und so werden alle Einzelteile (außen, Sohle, Strahl, …) unter die Lupe genommen.

Bedingt durch die Turniersaison und den bei uns im Norden hauptsächlich vorhandenen Grasplätzen kommt im Sommer noch das tägliche reinigen der Stollenlöcher dazu – bislang haben sich Stollenlochstöpsel jeglicher Art leider bei mir im Gebrauch nicht bewährt, sodass ich täglich die Löcher reinige, damit sie dann am Turnier nicht komplett verkrustet und verrostet sind.

Bei der täglichen Pflege ist mir wichtig, die Pferde komplett zu sehen: wie ist das Fell beschaffen? Gibt es irgendwo Wunden? Sehen die Hufe gesund aus und wie ist die Beschaffenheit des Horns? Sind irgendwo mehr Schuppen als sonst? Dabei bin ich sehr reinlich, achte aber gleichermaßen drauf, die Pferde nicht zu „überpflegen“, um durch intensive, aggressive Pflege ihren natürlichen Schutz dann im Endeffekt zu gefährden.

Wenn es um meine Produkte geht, bin ich tatsächlich kaum einer Marke so richtig treu, ich habe mich vielmehr durch eine Vielzahl der Produkte durchgearbeitet und mittlerweile meine Alltagshelfer gefunden. Welche das sind, habe ich euch in DIESEM VIDEO erklärt – nicht gesponsert, dafür aber teilweise jahrelang auf eigene Faust getestet und als gut empfunden.

Wöchentlich

Ein- bis zweimal die Woche wasche ich den Schweif der Pferde. Meistens allerdings nur die Spitzen, die Schweifrübe lasse ich dabei meistens aus und wasche diese nur nach Bedarf (optischer oder gesundheitlicher Natur). Gerade bei meinen Schimmeln gehört für mich ein ordentlicher Schweif dazu, denn bei ihnen sieht man Dreck deutlich schneller und besser, als bei den dunklen Pferden. Zudem ist es so, dass Urin- oder Äppelflecken die Haare langfristig verfärben, wenn man sie nicht regelmäßig auswäscht. Meine Routine hierbei ist mittlerweile auch fest verankert: ich beginne damit, den Schweif mit regulärem Shampoo zu waschen, um den groben Schmutz zu entfernen. Danach sprühe ich ihn mit Blauspray ein, lasse es einwirken und kümmere mich in der Zeit um etwas anders, beispielsweise um die Hufpflege. Sobald die Einwirkzeit vorbei ist, spüle ich das Spray gründlich aus, verteile den Detangler in den Längen und flechte den Schweif dann ein – allerdings auch hier nur die Längen und nicht ab der Schweifrübe.

Monatlich

Ein- bis zweimal im Monat schneide ich die Mähne und den Schweif der Pferde, tatsächlich kommt es hier auf das jeweilige Haarwachstum an und ob beispielsweise ein optisches Problem „behandelt“ werden soll, ich habe zum Beispiel bei Civa mal einen missglückten Versuch von einer verzogenen Mähne – was nicht auf meinem Mist gewachsen war – in mühevoller Kleinarbeit wieder richten. In dem Falle ist es wie bei Menschen: will man die Haare wachsen lassen, muss man sie paradoxerweise schneiden, damit sie nicht abbrechen und gesund und voll nachwachsen.

Um zu sehen, wie ich die Mähne meiner Pferde schneide – ich verziehe sie grundsätzlich nie – könnt ihr euch DIESES VIDEO ansehen.

Auch schneide ich die Nackenpartie, wo Trense und Halfter aufliegen einmal im Monat. Da Civa zudem ein recht schnelles Haarwachstum hat, schneide ich bei ihr zweimal im Monat die Nackenpartie und einmal im Monat den Behang an den Beinen/Hufen, um ihn ordentlich und vor allem sauber zu halten. Bei meinen anderen Pferden reicht es tatsächlich, das einmal alle halbe Jahr oder sogar nur einmal im Jahr zu machen – Civas Haare sprießen allerdings wahnsinnig schnell, sodass ich dort öfters zur Schere greife.

Besonders achte ich darauf, die Pferde nicht zu intensiv zu pflegen und sie dennoch gesund und sauber zu halten. Wichtig ist, dass man es mit den Pflegeprodukten nicht übertreibt und die Gesundheit im Mittelpunkt steht – die gepflegte Optik ist dann nur die Kirsche auf der Torte!