Als ich Civa damals bekommen habe, hatte sie schlimme Sattelakne, die Vermutung liegt nahe, dass diese kleinen – oder teilweise auch recht großen – Pickel in der Sattellage an Civas Abwehrreaktion beim Satteln die Mitschuld tragen. Sattelakne ist nicht bloß ein kleines Schönheitsproblem, sondern kann für Pferde ausgesprochen schmerzhaft sein. Die verstopften Talgdrüsen treten vor allem im Winter auf, durch Decken oder Schweiß in der Sattellage (der selten wie im Sommer einfach mit Wasser abgewaschen werden kann). Allerdings kann auch ein schlecht liegender Sattel Schuld an der Misere sein. Doch selbst wenn die Ausrüstung passt, sollte man die Akne genauestens inspizieren, denn auch ein gut sitzender Sattel kann unangenehm für das Pferd werden, wenn die verstopften Talgdrüsen dort auftreten, wo der Sattel aufliegt.

In Civas erstem Spätfrühling/Sommer bei mir (eingezogen ist sie bei mir Dezember 2016) war die Sattelakne passé und diesen Zustand wollten wir wahren. Wir haben viel an der Hygiene, Putzroutine und der Ausrüstung verändert, um das Thema Sattelakne in den Griff zu kriegen. Im Sommer massierte ich ihr mehrmals am Tag den Rücken mit einem Striegel, wusch jeden Schweißtropfen ab, sie bekam natürlich einen passenden Sattel und seitdem haben wir kein Problem mehr mit den lästigen Beulen.

Tipps gegen Sattelakne:

  • Die betroffenen Stellen sauber halten – das bedeutet, dass man nach dem Reiten den Schweiß abbürstet (wenn er getrocknet ist) oder ihn abwäscht. Bei uns hat es auch geholfen, das Pferd zusätzlich unter’s Solarium zu stellen.
  • Die Pusteln mit Teebaumöl einreiben – aber Achtung, die Haut von manchen Pferden kann allergisch auf Teebaumöl wirken, außerdem hat das ätherische Öl einen starken Geruch, der dann natürlich auch erst einmal bleibt. Diesen muss man mögen oder zumindest ertragen können.
  • Regelmäßig die Schabracke wechseln – was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, denn wir ziehen auch nicht fünf Wochen am Stück das gleiche T-Shirt an
  • Die Decken (Stalldecken, Outdoordecken, Winterdecken, …) regelmäßig pflegen, denn der Winter kann ganz schön lang werden. Als kleiner Tipp: zwei dünne, ungefütterte Unterziehdecken kaufen. Das schont die Winterdecken und man muss nicht jedes Mal die warme Winterdecke waschen und trocken. Zusätzlich ist dies eine günstigere Variante, denn die Decken kann man im Zweifel auch daheim waschen und sich somit die Wäscherei sparen und außerdem sind die dünnen Decken deutlich günstiger
  • Massagen mit passenden Bürsten – für Civa nutze ich einen Gummihandschuh mit kleinen Noppen, im Fellwechsel zusätzlich einen „Schaber“ von StripHair. So kann ich abgestorbene Hautschuppen entfernen, das lose Haar aus dem Fell streichen und die Haut darunter kann „atmen“
  • Ein passender Sattel – eine Selbstverständlichkeit, gehört aber auch in die Liste

Der wichtigste Punkt ist vermutlich die Hygiene, unabhängig davon, ob man die Decken, Schabracken oder eben das Pferd selbst sauber hält. Das Putzen vor und nach dem Reiten ist also keine reine Schönheitsmaßnahme, sondern auch die Möglichkeit, das Pferd gesund zu halten.

Sattelakne ist in der Theorie kein Grund zur Beunruhigung, denn am Ende des Tages sind es nur verstopfte Talgdrüsen. Doch nur, weil sie nicht besorgniserregend sind, bedeutet das nicht, dass sie dem Pferd nicht doch unangenehm sein können oder sogar richtig wehtun können. Die Größe einer einzelnen Pustel variiert, manchmal sind es viele kleine Stellen, oder – wie es bei Civa der Fall war – ein paar großflächigere. Sollte es dem Pferd richtig unangenehm sein, sollte man auf jeden Fall zum Wohle des Pferdes auf’s Reiten verzichten, bis man die Sattelakne wieder im Griff hat. Das Abheilen dauert unterschiedlich lang, bei manchen Pferden geht es schneller als bei anderen.