Für Turnierpferde unerlässlich, für Freizeitpferde auch nicht ganz unerheblich, denn auch wer nur für einen Ausritt woanders den Stall verlassen möchte oder im Ernstfall in die Klinik muss, braucht eines: ein Transportmittel, mit dem er sicher von A nach B kommt. Doch wie transportiert man ein Pferd am sichersten?

Pferde dürfen laut EU-Verodrnung 24 Stunden am Stück transportiert werden – eine so lange Fahrtdauer hat allerdings auch zur Folge, dass die Pferde danach für 24 Stunden eingestallt werden müssen, damit sie dann die Reise, sofern nötig, fortsetzen dürfen. Alle acht Stunden ist es gesetzlich vorgeschrieben, zu tränken und eine Pause einzulegen. Wer sich allerdings um das Wohlergehen seiner Pferde sorgt, der verkürzt diese Zeit deutlich, unabhängig von der Wetterlage und den Temperaturen! Pauschalisieren sollte man die Richtlinien nicht, denn vor allem Pferde, die es nicht gewohnt sind, so lange am Stück transportiert zu werden, sollten regelmäßiger überprüft werden und die Fahrtstrecken bewusst kurz gewählt werden, sprich die Zeit zwischen den Pausen sollte noch einmal kürzer sein, als bei erfahrenen Pferden, die einen längeren Transport nachweislich gut wegstecken. Wie lange die Pause ist, kann man auch individuell anpassen. Das Pferd sollte in dieser Zeit auf jeden Fall die Chance haben, zu trinken.

Ebenso wichtig wie die Verpflegung mit Wasser ist die Verpflegung mit Heu. Für jeden noch so kurzen Transport ist es empfehlenswert, ein engmaschiges Heunetz im Anhänger dabei zu haben. Gerade bei unruhigen, jungen oder unerfahrenen Pferden ist die Ablenkung mit Fressen eine gute Möglichkeit, die Pferde zu transportieren. Zudem ist es so, dass die Tiere automatisch etwas Positives mit der Anhängerfahrt verbinden, wenn – außer einem prall gefüllten Heunetz – sie nichts anderes großartig erwartet.

Anbinden tut man ein Pferd nach einfachen, und vermutlich gerade deswegen komplizierten Prinzipien: nicht zu hoch, nicht zu tief, nicht zu kurz und nicht zu lang – klingt eigentlich logisch. In der Praxis haben sich dadurch vor allem feste Anbinder bewährt, die man in jedem Reitsportladen kaufen kann. Sie erleichtern das Anbinden vor allem dadurch, dass sie die korrekte Länge haben und auch beibehalten, denn bei Stricken passiert es häufig, dass sich diese festziehen, wenn sich das Pferd doch mal stark bewegen soll, was vor allem bei zwei Pferden im Hänger mal passieren kann. Dadurch lösen sich die Stricke nur schwer, sodass es definitiv für alle Beteiligten angenehmer ist, einen festen Anbinder (meist eine Kette mit einem Kunststoffüberzug) im Anhänger zu haben und den Strick nur zum Führen zu nutzen.

Bei Transportgamaschen scheiden sich die Geister, die einen finden sie sinnvoll, die anderen nicht. Fest steht aber, dass man das Tragen von Transportgamaschen üben muss, damit die Pferde keinen unnötigen Stress auf Fahrten haben. Natürlich ist es so, dass Pferde, die den Transport gewohnt sich, sich vermutlich weniger schnell verletzen – doch da man auch andere Verkehrsteilnehmer nicht einschätzen kann und vielleicht doch mal in die blöde und unschöne Situation gerät, scharf bremsen zu müssen, sollte man überdenken, ob es nicht doch sinnvoll ist, die Pferde ausreichend zu schützen. Bevor man allerdings mit Beinschutz verreist, egal, ob es sich um kurze oder lange Strecken handelt, sollte man das Tragen, Bewegen und Laufen mit den Schonern üben, damit sich die Pferde daran gewöhnen und bei der Fahrt nicht gestresst sind. Wichtig ist vor allem bei warmen Temperaturen immer wieder die Beine zu überprüfen, Pausen zu machen und die Gamaschen kurz abzulegen.

Ähnlich verhält es sich mit den Decken. Beim Transport decken die einen rigoros ein, die anderen wiederum gar nicht und begründen ihre Entscheidung mit der natürlichen Thermoregulation des Pferdes. Allerdings kann diese nur dann greifen, wenn das Pferd keinem punktuellen Zug ausgesetzt ist. Dementsprechend muss man sich vorab auch mit der Wetterlage und der Zugluft durch geöffnete Luken oder Fenster auseinandersetzen. Bei absoluter Hitze sollte man zum Beispiel auf einen Transport verzichten, denn einen Anhänger kann man in seltenen Fällen wirklich kühlen und durch Schweiß und Urin entsteht schnell eine unerträgliche, feuchte Hitze, zudem schaden die Dämpfe den Atemwegen der Pferde und können die Augen reizen. Wenn man mit einer Decke, unabhängig von deren Dicke, transportiert, ist vor allem wichtig, dass die Decke nicht rutschen kann, dementsprechend sind Bauchgurte ein absolutes Muss.

Gefahren werden sollte immer vorsichtig, denn die Pferde müssen sich hinten im Anhänger theoretisch blind ausbalancieren. Als Faustregel kann man sagen: so langsam um die Kurve fahren, wie man meint, dass es OK ist, und dann noch langsamer. Sicherlich wird das für dein ein oder anderen Drängler sorgen, doch die Raser müssen dann einmal im Straßenverkehr das Nachsehen haben. Wenn die Pferde trotz ruhiger Fahrweise hinten mal unruhig werden, sollte man zunächst einmal die Geschwindigkeit verändern. Gerade im Stau stört die Pferde oftmals das Bremsen, Stehen und erneute Anfahren. Um Gewissheit zu haben, dass nichts Ernstes ist, kann man eine Kamera installieren, dessen Monitor dann im Zugfahrzeug angebracht ist. Dadurch weiß man sofort, ob das Pferd gerade unwirsch ist, weil es nicht den Bissen Heu aus dem Netz ziehen kann, auf welchen es es abgesehen hat, oder ob ein Problem vorliegt.

Wenn man nur ein Pferd fährt, sollte man das alleinreisende Pferd immer auf die linke Seite stehen. Das hat den einfachen Hintergrund, dass die meisten Straßen minimal abschüssig gen rechts, also gen Kantstein gebaut sind, damit das Wasser nicht mitten auf der Straße liegen bleibt, sondern den Weg zur Seite von der Fahrbahn weg findet. Bei nicht ganz idealen Fahrzeugen oder Anhängern kann das im schlimmsten Fall bei schlechten Bedingungen zum Umkippen des Anhängers samt Pferd führen, wenn man ein einzelnes Pferd nach rechts stellt. Natürlich passiert in der Regel nichts, da die meisten auf ein anständiges Gespann achten, dennoch muss man kein Risiko eingehen, wenn man es vermeiden kann.W