Am 10.02.2019 fuhren Civa und ich nach Schenefeld auf die wunderschöne Anlage des Reitstalls Klövensteen – als kleine Randbemerkung kann ich an dieser Stelle sagen, dass der Stall deutlich dichter an meiner Wohnung ist und ich ihn wunderschön finde und wäre ich nicht so glücklich mit Jordis Training, so würde ich mich sofort um einen Boxenplatz dort bemühen.

An dem Tag hat es geregnet ohne Ende, in die Abreitehalle durften nur 12 Pferde, da Civa allerdings eine etwas längere Aufwärmphase braucht, war das für uns nicht ganz so leicht. Wir haben versucht, das Beste draus zu machen, denn schließlich kann niemand etwas für das Wetter. Der nette Herr am Abreiteplatz hat sein Bestes gegeben, die Reiter, die aus der Prüfung kamen, schnell aus der Halle zu holen und hat dann schnell die nächste Kopfnummer aufgerufen, die in die Halle durfte. Allgemein war die Atmosphäre wirklich toll: ein schöner, geordneter Abreiteplatz, fantastische Bedingungen was unter anderem die Böden in den Hallen angeht, sympathische Richter, nette Mitstreiter und eine entspannte Umgebung.

Die Prüfung an sich war super, wir wurden mit 7,9 schlussendlich dritte – das macht mich unheimlich glücklich, denn das ist bisher meine höchste Stilnote und dass ich diese mit Civa erreichen konnte ist für mich das Schönste auf der Welt, denn im Leben hätte ich am Anfang nicht gedacht, dass wir beide mal so schön und entspannt durch einen Parcours kommen. Natürlich habe ich auch hier wieder Dinge, die mich stören. Doch auch hier möchte ich mich einfach mal freuen. Mir fällt es unheimlich schwer, nicht alles bis ins letzte Detail schlecht zu machen (an meiner Reitweise), doch ich lerne immer mehr, mich auch mal am aktuellen Ist-Zustand zu erfreuen und nicht immer nur „hättest du dies nicht, wäre das nicht“-Gedanken zu haben. Es ist ungewohnt, macht vor allem der Ton auf Social Media es einem nicht immer leicht und forciert das Streben nach Perfektion umso mehr, doch ich gebe mir mittlerweile mehr Mühe, für mich selbst zu reiten und stolz auf unseren Weg zu sein, den wir mittlerweile eingeschlagen haben. Denn niemand ist von Anfang an perfekt, wir müssen alle einen Weg gehen – und es liegt an uns, auch mal nach links und recht zu gucken, den Weg zu genießen und sich an Kleinigkeiten zu freuen, statt immer nur verbissen auf das Endziel zu starren. Den sein wir mal ehrlich: das Endziel gibt es nicht. Ist es das Endziel, M zu reiten, werden wir spätestens wenn wir M reiten entweder nach S streben oder im M noch besser reiten wollen. Es liegt in der Natur des Menschen, nie zufrieden zu sein, zumindest habe ich das Gefühl, dass es so ist. Deswegen möchte ich mich nun ein wenig mehr auf unseren Weg freuen, auf alle Stationen, die wir mitnehmen und möchte mich wieder über meine Schleifen freuen. Denn bei mir geht die Selbstkritik leider teilweise so weit, dass ich der Meinung bin, dass ich so schlecht geritten bin, dass ich die Schleife gar nicht verdient habe. Ein unschönes Gefühl.

Am Ende gab es für uns in dieser Prüfung eine Schleife, die so riesig ist, dass sie mehr nach „großem Preis“ als nach A Springen aussieht – und da ich mich zum ersten Mal wieder so richtig über eine Platzierung gefreut habe ist das toll, denn es fühlt sich ein wenig wie „der große Preis“ an. Dieses Turnier war für mich vermutlich bisher das wichtigste, denn meine Einstellung ändert sich seitdem immer mehr.