Nun neigt sich langsam aber sicher das Jahr dem Ende zu und ich bin überrascht, wie schnell die Zeit nun verflogen ist in diesem Jahr. Das klingt nun leicht theatralisch, haben wir doch eigentlich „erst“ Ende September. Aber das bedeutet, dass wir tatsächlich nur noch ein Vierteljahr vor uns haben! Ganz klischeemäßig muss ich gestehen: ich habe das Gefühl, wir haben gestern erst Silvester gefeiert! Dieses Jahr ist gerannt, ich habe so viele Dinge erlebt und wenn ich jetzt aktuell zurückblicke bin ich überwältigt, wo ich war, was ich gemacht und erlebt habe und gleichermaßen ein wenig wehmütig, denn mir wird eine Sache ganz schmerzlich bewusst: durch meinen straffen Zeitplan habe ich einige der Dinge gar nicht richtig realisiert, beziehungsweise habe sie erlebt und sofort abgehakt, weil gleich etwas Neues auf der Fußmatte stand. So unter anderem auch meine Zeit hier in Dänemark, die sich, wie es aussieht, nun demnächst ihrem Ende zuneigt.

Auf der einen Seite würde ich unheimlich gerne weiter hier bleiben, weil der Stall mit dem angeschlossenen Büro für mich wie eine kleine Traumblase ist, fernab von der „harten Realität“ – das ist natürlich überspitzt formuliert, doch in der Tat laufe ich dort total sorgenfrei herum, da mein Kosmos so winzig klein ist und nur aus einem Radius von ungefähr einem Kilometer besteht. Vermutlich würde ich auch ein wenig bleiben wollen, wenn nicht daheim so viel auf mich warten würde. Theoretisch darf ich auch noch länger bleiben, am Ende des Tages muss ich jedoch langsam aber sicher wieder zurück nach Haus. In Hamburg warten meine Freunde, meine Familie und mein Freund auf mich, die mir tatsächlich allesamt sehr fehlen. Ich habe viel telefoniert, Sprachnachrichten verschickt und man ist so immer in Kontakt, doch es ist einfach nicht das gleiche. Spontan mal ein Glas Wein zusammen trinken, auf Veranstaltungen in und um Hamburg gehen, zusammen etwas kochen und so richtige Momenten miteinander erleben – trotz der ganzen Bemühungen der Anbieter ist die digitale Version des Kontakts zwar erleichternd, jedoch definitiv kein Ersatz. Das merke ich jetzt immer mehr. Man ist dabei, ohne dabei zu sein und dadurch geht einem so viel verloren. Heimweh ist ein Gefühl, dass ich bisher nie so wirklich kannte. Ich war nie jemand, der ein Problem mit Abwesenheit hatte, erlebe gerne neue Dinge und genieße es, Dinge auf eigene Faust anzupacken. Doch nun ist es da, das Heimweh und sorgt für den ein oder anderem Kloß im Hals.

Wann es genau zurückgeht kann ich nicht sagen. Ich wollte eigentlich kurz vor Weihnachten wieder in Hamburg sein (ursprünglich) und werde nun aufgrund von verschiedenen Faktoren entscheiden, ob ich nun bereits vor Jahresende die Segel streichen werde. Das hängt von so vielen verschiedenen Dingen ab, unter anderem habe ich euch ja in einem vorherigen Beitrag berichtet, dass ich die kommenden zwei Monate fast alleine auf der Anlage sein werde, was meine Anwesenheit dort nicht nötig macht, es würde die Dinge für mich tatsächlich nur etwas schwerer machen, da sich mittlerweile beruflich wieder sehr viel in Deutschland abspielt. Das heißt meine Rückkehr plane ich aktuell noch nicht auf das Datum genau, doch langsam aber sicher mache ich mir natürlich schon ein, zwei Gedanken, wann genau es zurückgeht, damit ich rechtzeitig anfangen, meine Sachen wieder Stück für Stück nach Hamburg zu bringen. Denn ich bin auch als ich hergezogen bin immer in Etappen gezogen, nach und nach habe ich ein paar Dinge mitgebracht, ebenso werde ich hier wieder ausziehen. Mein letzter Schritt ist dann Civa mitsamt all meinen Reitsachen, die ich für Civa habe, meine eigenen habe ich hoffentlich bis dann weg.

Wohin genau Civa gehen wird weiß ich nicht, denn da ich vor meinem Umzug nach Dänemark zur Hälfte (ohne Möbel) mit meinem Freund zusammengezogen bin, – nun sind wir diese Woche komplett zusammen gezogen und ich habe meine Wohnung abgegeben – bin ich auf die andere Seite von Hamburg gezogen und so ist der ehemalige Stall für mich zu weit weg, um ihn täglich anzufahren, nicht zuletzt, weil ich quer durch die Stadt muss. Das heißt ich suche nun erstmalig auf der anderen Seite von Hamburg nach verschiedenen Möglichkeiten. Ich lasse mir viel Zeit mit der Entscheidung und hoffe, dass ich bis es so weit ist eine entspannte, gute Entscheidung treffen konnte. Ich bin natürlich jetzt auch ein klitzekleines bisschen verwöhnt was den Stall angeht, sodass die Stallsuche sich etwas schwierig gestaltet. Natürlich bin ich auch bereit, Abstriche zu machen – wo ich allerdings keine Abstriche mehr machen möchte ist in Sachen Böden (Halle, Platz, …). Man merkt erst, wie wichtig diese Dinge sind, wenn sie in dem Stall in dem man steht eine Selbstverständlichkeit sind.

Ich freue mich auf jeden Fall auf meine Restzeit in Dänemark, werde die Menschen vermisse und habe auf jeden Fall Freunde dazu gewonnen. Trotzdem wird es ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da ich mich unheimlich doll darauf freue, mein Leben in Hamburg fortzusetzen!